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Störung, geologische

Aufschiebung in unterjurassischen Kalksteinen in einem Aufschluss bei Bédarieux, am Südrand der Causse du Larzac, Hérault, Frankreich. Die Schichtung ist auf beiden Seiten der Störung völlig unterschiedlich. Quelle: Xhienne
Störungen, kartiert in einer seismischen Sektion unter Verwendung von KI. Quelle: Total
3D Darstellung von in einer seimischen SAktion kartierten Störungen. Quelle: Total

Eine Störung oder Dislokation bezeichnet in der Geologie einen tektonischen Vorgang, der das ursprüngliche Gefüge eines Gesteins stört. In der Regel werden größere Gesteinspakete gegeneinander verschoben. Oftmals wird aber auch, in einer etwas unscharfen Weise, die durch die tektonische Bewegung entstandene Trennfläche selbst als Störung bezeichnet.

Hierbei kann das Gesteinsgefüge auf plastische (bruchlose, duktile) Art verformt werden, wie in Falten, Flexuren, bei Überschiebungen und in der Salztektonik, oder durch Bruchbildung und die Verschiebung der gegenüber liegenden Schollen. Im letzteren Fall bezeichnet man die entstandene Struktur als Verwerfung.

Bedeutung für die Geothermie

Für die Geothermie sind Störungen interessant, da sie erhöhte Wasserwegsamkeiten begründen können. Störungen können allerdings auch ‚verheilt‘ sein, z.B. durch das Einschwämmen von Tonmineralien und so geradezu eine hydraulische Barriere bilden. Bei der Exploration (Seismik) können Störungen oft ausreichend gut kartiert werden, ihr Charakter bleibt aber ungewiss.

Literatur

Baldschuhn, R., Fritsch, U., Kockel, F.: Das Sockelstörungsmuster in NW Deutschland 1: 300.000. Hannover : BGR, 1997

Franzke, H.J., Voigt, T., Eynhatten, H.V. ,Brix, M.R. & Burmeister, G.: Geometrie und Kinematik der Harznordrandstörung, erläutert an Profilen aus dem Gebiet von Blankenburg. In: Geowiss. Mitt. Thüringen Nummer 11 (2004), S. 39-62

Meier, S., Bauer, J.F. & Philipp, S.L.: Charakterisierung von Störungszonen im Muschelkalk des Oberrheingrabens – Aufschlussanalogstudien. Karlsruhe : Der Geothermie Kongress, 2012

Reyer, D., Bauer, J.F. & Philipp, S.P.: Architektur und Permeabilität von Störungszonen in Sedimentgesteinen des Norddeutschen Beckens. In: Tagungsband, der Geothermiekongress (2010)

Schuck, A., Vormbaum, M., Gratzl, S. & Stober, I.: Seismische Modellierung zur Detektierbarkeit von Störungen im Kristallin. In: Erdöl Erdgas Kohle : (2012), Nummer 128, H. 1, S. 14-20

Ziefle, G.: Simulation hydromechanischer Effekte in Störungszonen für geothermierelevante Fragestellungen.. Der Geothermie Kongress DGK 2013 in Essen, Kongressband. Aufl. Berlin : GtV-Bundesverband Geothermie e.V., 2013. - ISBN 13:978-3- 932570-68-

Weitere Literatur unter Literaturdatenbank und/oder Konferenzdatenbank.

Weblink

https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%B6rung_(Geologie)

zuletzt bearbeitet Januar 2020