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Tiefengeothermie

In Deutschland und in vielen anderen Ländern wurde die Grenze zwischen oberflächennaher und tiefer Geothermie (Tiefengeothermie) auf 400m festgelegt. Dies entspricht also nicht der Tiefe ab der das Bundesberggesetz Erdwärme als bergfreien Bodenschatz einstuft und deren Aufsuchung und Gewinnung dem Bergrecht unterwirft (100m).

In letzter Zeit wird vereinzelt versucht, zusätzlich eine ‚mitteltiefe’ Geothermie einzuführen. Diese würde dann einen Tiefenbereich von etwa 400 - 2.000m umfassen. In diesen Tiefen sind die Temperaturen in der Regel für die meisten Anwendungen noch nicht ausreichend, um ohne Wärmepumpen genutzt zu werden. Im Gegenzug ist zu erkennen, dass erst die Entwicklung von "Hochtemperaturwärmepumpen", also vom Wärmepumpen die Temperaturen auch oberhalb von 50 °C im Eingang verarbeiten können, diesen Zweig der Geothermie für den Wärmemarkt erschließt.

Wegen der im Vergleich zur Oberflächennahen Geothermie höheren Temperaturen kann die Tiefengeothermie nicht nur im Wärmemarkt (Wärme und Kälte, direct uses) sondern auch zur Stromerzeugung genutzt werden. Eine Grenze wird bei etwa 115 °C liegen. Bei der Wärmeerzeugung aus Tiefengeothermie sind hier dann in der Regel keine Wärmepumpen notwendig. Wegen der meist größeren Leistung (oft mehr als 30 MWW), eignen sich Anlagen der Tiefengeothermie insbesondere als Wärmequelle für Wärmenetze (Quartierlösungen, district heating).