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Stimulation, hydraulische

Spannungsverhältnisse an einem druckbeaufschlagten Riss. Quelle: Rüter

Die hydraulische Stimulation (Scherungs-Stimulation, shear stimulation) ist die wesentlichste Methode in der Tiefengeothermie um die Lagerstätteneigenschaften zu verbessern. Ziel der Verbesserung ist im Allgemeinen eine Verbesserung der Wasserwegsamkeit, sei es auf Produktionsseite oder der Injektionsseite einer Dublettenanlage. Im Gegensatz zur Säurebehandlung wirkt die hydraulische Stimulation in einem weiteren Umfeld um die Bohrung.

Technisch wird die Bohrung als Ganzes oder in abgepackerten Abschnitten über das Arbeitsmittel Wasser mit Druck beaufschlagt, wobei vorhandene Risse aufgeweitet werden (hydrothermale Geothermie) oder neue Risse entstehen können (petrothermale Geothermie). Physikalisch wird dies durch das angetroffene in situ  Spannungsfeld in Relation zu den aufgebrachten Drücken gesteuert. Chemische Zusätze zu dem Arbeitsmittel Wasser werden in der Geothermie nicht verwendet.

Die aufgeweiteten oder neu entstandenen Risse schließen sich nach dem Ablassen des Druckes nicht wieder, da der sog. Self-propping Effekt eintritt. Stützmittel sind nicht notwendig.

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Interview mit Prof. Dr. Ernst Huenges (GFZ Potsdam)